Wohnmobil beladen

Wohnmobil beladen

Endlich ist es soweit. In ein paar Tagen geht es los. Mit dem Wohnmobil in den Urlaub. Aber vorher müssen Sie das Wohnmobil beladen. Alles, was man im Urlaub brauchen könnte, muß mit. Das Schlauchboot und die Wanderstiefel, ein ordentlicher Vorrat vom Lieblingsessen (wer weiß schon, ob es woanders so gut schmeckt?), genug Trinkwasser sowieso. Man weiß ja nie, was einen am Urlaubsort so erwartet. Gut, das so ein Wohnmobil reichlich Stauraum bieten: eine große Heckgarage, Hängeschränke oben ganz rum und dann noch die vielen Schränke in der Küche.

So geht es natürlich nicht. Auf diese Art riskiert man, gleich zwei Fehler zu machen: Erstens: das Fahrzeug zu überladen, also das zulässige Gesamtgewicht zu überschreiten. Das kann teure Folgen haben, wenn man in eine Polizeikontrolle gerät. In der Ferienzeit werden ganz zielgerichtet Wohnwagen und Wohnmobile kontrolliert. Und dabei gewogen. Zweitens: den Schwerpunkt des Campers zu sehr zu verschieben.

Das zulässige Gesamtgewicht

Leergewicht und zulässiges Gesamtgewicht in der Zulassungsbescheinigung Teil 1

Das zulässige Gesamtgewicht, oder die zulässige Gesamtmasse bezeichnet die Summe aus Leergewicht und maximaler Zuladung eines Fahrzeuges. Um diesen Wert herauszufinden, genügt ein Blick in die Papiere. Im Feld F.2 steht es. Wird noch ein Anhänger mitgeführt, wird sein zulässiges Gesamtgewicht addiert. Lesen Sie hier für weitere Informationen über die zulässige Anhängelast. Das Leergewicht steht ebenfalls in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 unter Punkt G. Unter Leergewicht versteht man das Eigengewicht des Wohnmobils, eines Fahrers sowie Tanks (Wasser und Treibstoff zu 90 Prozent gefüllt). Bei meinem Wohnmobil sind das 3155 kg Leergewicht und 3500 kg zulässige Gesamtgewicht. Das bedeutet für mich, das ich noch 3500 – 3155 = 345 kg zuladen darf. Oder 345 kg anhängen. Überschreite ich diese Werte, spricht man von Überladung. Und das kann teuer werden: 20% Überladung kosten 95€ und einen Punkt in Flensburg. Im Ausland drohen teils empfindlich höhere Strafen – bis hin zum Fahrverbot.

Außerdem gilt es die Führerscheinklasse zu beachten. Mit einer Fahrerlaubnis Klasse B darf gar kein schwereres Fahrzeug bewegt werden. Ein größeres, schwereres Wohnmobil wäre ein LKW und erfordert einen Führerschein der Klasse C. Das bringt aber eine ganze Reihe weiterer Einschränkungen mit sich: Mautpflicht, Sonntagsfahrverbot, höhere Tarife auf Fähren usw.

Ein Wohnmobil beladen – aber richtig

Beim zweiten Problem, das bereits angedeutet wurde, geht es darum, wie man sein Wohnmobil beladen sollte. Macht man es falsch, hat das gravierende Folgen für die Verkehrssicherheit und das Fahrverhalten des Fahrzeuges. Denn im schlimmsten Fall überschreitet man Achslasten und beeinträchtigt die Traktion und das Bremsverhalten. All das ist schwerwiegender als bei einem normalen PKW (was nicht heißt, das es hier nicht auch problematisch ist), da der Camper locker noch mal eine Tonne mehr wiegt.

Wie macht man es nun richtig? Ziel soll es sein, das Fahrzeug gleichmäßig zu beladen – sowohl vorne/hinten als auch links/rechts.

  • Unten schwer, oben leicht. Auf diese Art bleibt der Schwerpunkt des Fahrzeuges tief. Das wird sich positiv auf das Fahrverhalten auswirken – besonders bei Kurvenfahrten – da das Wohnmobil nicht so sehr zum kippen neigt.
  • Richtig schwere Dinge gehören in Staukästen unter Sitzgruppen oder in Schränke in Bodennähe
  • Leichte Dinge, z.B. Kleidung kommt in die Hängeschränke
  • Große, sperrige Gegenstände finden Platz in der Heckgarage
  • In unmittelbare Nähe des Kühlschranks (ca. 30 kg) sollte nicht zuviel Gewicht eingeladen werden. Die Belastung des Bodens könnte sonst in der Küche etwas zu hoch werden.
  • Vorsicht bei Fahrradträgern. Diese sind gaaaaanz weit hinten. Hier wird das Hebelgesetz unser Feind. Beispiel: Der Der Fahrradträger befindet sich 2m hinter der Hinterachse. Der Radstand des Fahrzeuges ist 4m. Jetzt wollen wir Fahrräder für die ganze Familie aufladen. Sagen wir mal 50kg. Hier die Rechnung: 200 cm * 50 kg / 400 cm = 25 kg. Um diese 25 kg wird die Vorderachse ent- und die Hinterachse zusätzlich belastet. Bei einem Wohnmobil mit so langem Hecküberstand sollte man besser keine Motorroller oder ähnlich schwere Dinge mitnehmen.

Wohnmobil wiegen

Wenn Sie sich unsicher sind, sollten Sie Ihr Wohnmobil wiegen. Am besten packen Sie die ganze Reiseausrüstung und die ganze Familie ein und fahren damit zu einer Fahrzeugwaage. Die gibt es beim TÜV; Baustoff- und Schrotthändler bzw. Recyclinghöfe haben häufig auch eine. Im Zweifel gibt sicherlich die Polizei Auskunft, wo eine Waage zu finden ist, deren Ergebnisse auch die Ordnungshüter akzeptieren. Vor Ort fahren Sie mit dem gesamte Fahrzeug auf die Waage, nur mit der Vorder- und nur mit der Hinterachse. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit der Zulassungsbescheinigung. Auch das maximale Gewicht, das auf den Achsen lasten darf, ist dort zu finden (Punkt 7).

Tipps zum Gewicht sparen

Jetzt haben Sie die Angaben der Waage. Höchstwahrscheinlich müssen Sie Ihrem Wohnmobil eine kleine Schlankheitskur verordnen. Viele Faktoren können Sie nicht mehr beeinflussen. Die liegen in den Händen des Herstellers. Aber einige einfache Dinge beim Wohnmobil beladen kann man schon beachten, um mit weniger Gewicht unterwegs zu sein:

  • Wasser sparen. Der Wassertank muß während der Fahrt nicht voll sein. Ganz im Gegenteil. Nehmen Sie nur so viel mit, wie Sie unterwegs brauchen. Die meiste Zeit fahren Sie ja. Und in den Pausen kocht man vielleicht einen Kaffee oder benutzt die Toilette. Dafür reicht eigentlich eine kleine Pfütze am Boden des Wassertanks. Am Zielort angekommen, wird dann vollgetankt. Das spart locker mal 70 kg.
  • Abwassertank entleeren. Machen Sie es sich zur Angewohnheit, immer vor Fahrtantritt den Wassertank zu entleeren. Schmutzwasser muß man nun wirklich nicht durch die Gegend fahren.
  • Getränke. Man muß nicht zu Hause schon Getränke für 14 Tage Urlaub einpacken. Vor Ort kann man genau so gut einkaufen, wie zu Hause. Wer weiß, vielleicht entdeckt man eine lokale Spezialität. Versuchen Sie, Glasflaschen zu vermeiden. Kunststofflaschen oder Tetrapacks sind viel leichter.
  • Lebensmittel. Auch hier gilt: Nehmen Sie nur so viel mit, wie während der Fahrt gebraucht wird. Achten Sie schon beim Einkauf mehr auf das Gewicht als auf den Geschmack. Ein Festessen aus Tütensuppen zu machen ist zwar schwer, dafür sind aber die Tüten leicht.
  • Gasflaschen: Eine herkömmliche Gasflasche aus Stahl (die roten oder grauen) wiegt ungefähr 10 kg. Es gibt aber auch Flaschen aus Aluminium. Die sind deutlich teurer, aber wiegen dafür auch nur ca. 5 kg. In beiden Fällen kommt natürlich noch das Gewicht des Gases hinzu – also meißt 11 kg. Überlegen Sie also, ob Sie nicht den Flaschentyp wechseln. Überlegen Sie weiterhin, ob Sie wirklich zwei große, volle Gasflaschen brauchen. Vor allen Dingen im Sommer, wenn nicht geheizt werden muß. Das ist Gas nur für die Warmwasserzubereitung und das Kochen nötig. Eventuell kommen Sie ja auch mit nur einer kleinen Flasche (5kg Füllmenge) aus.
  • Überlegen und dann Wohnmobil beladen. Machen Sie sich Gedanken, welche Dinge wirklich mitgenommen werden müssen, und welche nur dabei sind, damit man auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Möglicherweise hilft unsere Checkliste.
  • Fahrräder mieten, statt sie mitzunehmen. Ein normales Fahrrad wiegt ungefähr 15 kg, ein E-Bike mehr als 25 kg. Kinderräder etwas weniger. Da kommen schnell 50 kg zusammen. Außerdem sind die Räder sehr ungünstig platziert (siehe oben) und werden schnell mal zerkratzt oder beschädigt. Wie wäre es, die eigenen Fahrräder daheim zu lassen und statt dessen vor Ort welche zu mieten?

Richtig beladen und immer noch zu schwer?

Obwohl Sie Ihr Wohnmobil richtig beladen haben und alle unnötigen Gegenstände ausgeladen haben ist Ihr Wohnmobil immer noch zu schwer? Jetzt wird es kompliziert. Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten. Sie können das Leergewicht reduzieren oder das zulässige Gesamtgewicht erhöhen. Beides erfordert bauliche Veränderungen am Wohnmobil, die nicht einfach mal so gemacht sind, sondern gut durchdacht werden sollte. Sie könnten die Klimaanlage entfernen lassen oder die Markise. Die zulässige Gesamtmasse kann durch Austausch einzelner Komponenten des Fahrwerks erhöht werden. Also z.B. Stoßdämpfer, Bremsen, Federung. Dies ist nur was für Spezialisten. Finden Sie eine Spezialwerkstatt, die sich mit dem Auflasten von Wohnmobilen wirklich auskennen und lassen Sie sich ausführlich beraten. Dort wird man Sie bestimmt auch darauf hinweisen, das dieses Wohnmobil dann nicht mehr mit einem Führerschein der Klasse B gefahren werden darf. Gut, wer noch eine alte Klasse 3 Fahrerlaubnis hat.

Zusammenfassung

Jetzt wissen Sie, richtiges Wohnmobil beladen ist keine Wissenschaft, wohl aber eine kleine Kunst. Die vielen Staumöglichkeiten im Wohnmobil verführen, viel mitzunehmen. Packen Sie mit Herz und Verstand. In diesem Sinne: Gute Fahrt und einen schönen Urlaub.

 

Wohnmobilurlaub mit Kleinkind

Wohnmobilurlaub mit Kleinkind

Wohnmobilurlaub mit Kleinkind – geht das überhaupt?

Na klar! Hier einige Tipps für Sie und Ihren Zwerg.

Schränke gesichert lassen

Kinder wollen die Welt um sich herum entdecken. Ganz besonders, wenn es eine neue und unbekannte Welt ist. Wie zum Beispiel das rollende Heim. Doch wir Eltern müssen den Forscherdrang ein wenig lenken und kontrollieren. Sei es das Schubfach mit dem scharfen Messer oder der Schrank mit den Süßigkeit – mache Dinge sind (noch) Tabu für kleine Entdecker. Glücklicherweise ist es im Wohnmobil sogar einfacher als in der heimischen Küche.

Schranktüren und Schubkästen haben Griffe, die gleichzeitig auch Verschlüsse sind. Normalerweise sichert man sie während der Fahrt, damit der Inhalt drinnen bleibt, und entsichert sie, wenn man angekommen ist. Die meisten Kleinkinder können diese Sicherung nicht öffnen und somit bleibt der Schrank zu. Und außerdem gibt es ja auch noch die Oberschränke. Die sind noch für lange Zeit außerhalb der Reichweite.

Einen Schrank „opfern“

Sowohl unsere „Große“ damals, als auch unser Zwerg heute hatten bzw. haben leidenschaftlich gern ihre Finger in allen Küchenschränken. Nachdem wir ungefähr tausend mal aufgeräumt hatten, einige Scherben in den Müll warfen und unpraktische Schlösser wieder aufgaben, haben wir uns den Tatsachen gebeugt, und den Kindern eine Schrank überlassen. Einige wenige Töpfe, Plastikdosen, Kuchenförmchen aus Kunststoff und einen Holzlöffel zum Trommeln reichten aus, um die Kinder zu beschäftigen und sie von den übrigen Schränken fern zu halten. Und genau so machen wir es bis heute im Wohnmobil. Der Inhalt wird gelegentlich leicht geändert, damit es spannend bleibt. Und wir akzeptieren den einen oder anderen Legostein im Suppentopf.

Einen Wickeltisch improvisieren

Niemand muß einen Wickeltisch mit in den Urlaub schleppen. Eine wasserdichte Wickelunterlage, einige Waschlappen und eine Waschschüssel (Wenn der Platz knapp ist: es gibt sogar welche zum Zusammenklappen oder Aufpusten) reichen, um einen vollwertigen Ersatz auf dem Bett zu schaffen. Bei aktuellen Fahrzeugen haben diese sogar noch eine angenehme Arbeitshöhe. Unser Kleiner findet diesen Platz super, liegt er doch genau unter einem Dachfenster und gibt den Blick auf den Himmel frei. Es geht auch auf dem Tisch, wenn man z.B. eine Decke darunter legt.

Sicher und Entspannt schlafen

Zu Hause hat Ihr Kleinkind ein Gitterbettchen. Das kann man natürlich nicht mitnehmen. Manche Wohnanhänger und Wohnmobile haben schon ab Werk Kinderbetten mit einem Gitter davor. Wenn dies nicht der Fall ist, kann man Gitter unter die Matratze klemmen, um das Kind am herausfallen zu hindern.

Normale Betten sind viel zu groß für Kleinkinder. Sie rollen und rutschen die ganze Nacht hin und her, um eine gemütliche Lage zu finden. Sie suchen eine Wand, die ihnen Sicherheit und Orientierung gibt. Eigentlich sind Kleinkinder wie Vögel im Nest – sie lieben es eng und kuschelig. Also verkleinern wir das Bett unseres Sohnes mit einer Reisetasche mit Kleidung oder Polstern von Sitzgruppen, die zu Schlafgelegenheiten umgebaut werden. Und wir versuchen zu verhindern, daß er direkt an die Außenwand rollt. Denn dort ist es Nachts meist besonders kühl.

Auto-Kindersitz am Tisch

Einen Kindersitz für das Auto haben Sie ja sowieso dabei. Also kann man ihn auch gleich am Tisch benutzen, indem man ihn einfach auf einen Stuhl bzw. Sitzbank stellt. Dadurch sitzt das Kind auch höher und gelangt an den Tisch, wenn es schon selbst isst. Gut auch, daß diese Sitze leicht zu reinigen sind – einfach Bezug ab und in die Waschmaschine damit.

Fahrradanhänger statt Kinderwagen

Für Kleinkinder braucht man eigentlich immer einen Kinderwagen bzw. eine Sportkarre. Besonders empfehlenswert sind natürlich Modelle, die man besonders klein Zusammenklappen kann.

Wir nehmen immer einen Fahradanhänger mit. Den kann man schieben wie einen Kinderwagen, kann ihn ans Fahrrad hängen für längere Ausflüge und man kann ihn zum Einkaufen nutzen. Ohne Kind ist auch ein Kasten Bier kein Problem. Man kann ihn führ die Fahrt klein zusammenlegen, und Nachts schieben wir ihn einfach unter das Wohnmobil.

Wohnmobilurlaub mit Kleinkind? Kein Problem!

Sie sehen, auch mit einem Kleinkind kann man einfach und entspannt Wohnmobilurlaub genießen. Welche Tipps und Tricks haben Sie? Lassen Sie es uns wissen – in den Kommentaren.

 

10 Gründe, warum wir Urlaub mit dem Wohnmobil lieben

10 Gründe, warum wir Urlaub mit dem Wohnmobil lieben

Seit Jahren reisen meine Familie und ich mit einem Wohnanhänger oder einem Wohnmobil. Hier die Top 10 Gründe, warum wir Urlaub mit dem Wohnmobil lieben:

Spontan bei Reisezeit und Reiseziel sein

Für viele Menschen beginnt die Urlaubsreise auf dem Flughafen. Viele Wochen oder gar Monate vor Reisebeginn haben sie sich auf ein Reiseziel und einen Tag festgelegt. Und seien Sie mal ganz ehrlich: wer hat nicht schon in den Tagen vor Reisebeginn bang auf den Wetterbericht geschaut, in der Hoffnung, daß sich das Wetter bessert. Aber egal ob es am Urlaubsort regnet oder kalt ist: Irgendwann am (ganz) frühen Morgen muß man am Flughafen sein und einchecken. Eine ganz und gar nicht erholsame Prozedur. Und dann sitzt man ewig auf unbequemen Sitzen und kann sich kaum bewegen…

Beim Wohnmobilurlaub ist das etwas entspannter: Natürlich machen wir auch lange vor Reisebeginn Pläne, wo es hingehen soll. Aber wir haben schon häufiger am Abend vor Reisebeginn alles umgeschmissen und uns für ein völlig anderes Reiseziel entschieden – weil wir keine Lust auf Dauerregen und Kälte hatten.

Wir entscheiden selbst, ob es morgens oder abends losgeht. Dabei spielt natürlich die Verkehrsprognose eine Rolle und wie viele Stunden im Auto wir unseren Kindern zumuten wollen. Meist stehen wir mitten in der Nacht auf und trinken erst mal gemütlich einen Kaffee. Stress gibt es dann nicht mehr – es ist längst alles fertig eingepackt und vorbereitet. Dann die Kinder einladen und los gehts. Meist schlafen sie bald wieder ein, so daß wir viele Stunden in Ruhe fahren können. Und außerdem gibt es Nachts viel weniger Verkehr.

Unabhängigkeit

Häufig wird Unabhängigkeit als einer der wichtigsten Gründe für Wohnmobilurlaub genannt. Aber seien wir ehrlich, der Traum von der Unabhängigkeit und Freiheit so wie im Wilden Westen ist natürlich heutzutage mitten in Europa eine Illusion.

Für uns bedeutet Unabhängigkeit, daß wir uns nicht an den Zeitplan anderer Leute halten müssen. Es gilt kein Fahrplan zu beachten, keine Öffnungszeiten eines Restaurants.

Ungestörtheit

Kein Zimmermädchen, das früh am Morgen das Zimmer reinigen will, keine (lauten) anderen Gäste auf dem Flur – einfach herrlich, diese Ruhe beim Camping.

Natürlich ist es auf manchen Campingplätzen auch sehr laut. Die Wände eines Wohnmobils sind viel dünner als die Zimmerwände in einem Hotel. Deshalb hört man die Gespräche der Nachbarn viel deutlicher als im Hotel. Von großen, lautstarken Veranstaltungen mit viel Musik (Campingplatzparty, Kinderdisko, etc.) wollen wir hier erst gar nicht anfangen. Aber das schöne ist ja, das man nicht auf solche Campingplätze fahren muß. Es gibt ruhige Campingplätze, es gibt einfache Stellplätze für Wohnmobile und vor allen Dingen gibt es den einfachen Parkplatz an einem schönen Flecken Natur. Das ist Ungestörtheit in Reinform.

Der Natur nahe sein

Natürlich kann man mit seinem Wohnmobil auf einen Campingplatz fahren und dort seinen Urlaub verbringen. Daran ist nichts auszusetzen. Aber richtig reizvoll wird für uns erst, wenn wir einen Stellplatz finden, an dem wir die Schönheit der Natur genießen können. Mitten im Wald zum Beispiel schläft man zum Rauschen der Blätter ein und wacht zum Gezwitscher der Vögel auf. Einfach herrlich ist auch der Duft, der einem in die Nase steigt, wenn man morgens die Tür öffnet. Besonders nach einem leichten Regen in der Nacht.

Oder wenn man einen Platz an einem Fluss oder See gefunden hat, und beim Sonnenuntergang die Tiere beobachtet, wie sie sich zur Ruhe oder zur Futtersuche begeben.

Oder ein Stellplatz in den Bergen mit Blick in die Ferne, in ein weites Tal …

Und am nächsten Abend erlebt man an einem anderen Platz eine neue Seite von Mutter natur.

Menschen Kennenlernen

„Reisen bildet“. So sagt man schon seit langem. Das funktioniert aber auch nur, wenn man auf seiner Reise etwas Neues erlebt. Die großen Urlaubsziele am Mittelmeer bieten das aber nicht. Man lebt in einem Hotel, zusammen mit einigen hundert anderen Deutschen, man kann seine BILD kaufen und sein heimisches Bier. Überhaupt tun diese Hotels und Ferienanlagen alles, damit man sich wie zu Hause fühlt. Aber dafür muß ich nicht das viele Geld ausgeben. Da kann ich gleich zu Hause bleiben.

Beim „richtigen“ Reisen erlebt man aber die Menschen im Urlaubsland (statt der Urlauber aus dem Heimatland). Man erfährt ganz unmittelbar, zum Beispiel beim Einkaufen, beim Tanken oder beim abendlichen Bummel durch die Innenstadt, wie diese Menschen leben, was sie bewegt und was sie lieben. Auf diese Weise kommt man mit ihnen in Kontakt. Es kommt häufig vor, daß man beim Bäcker steht und keine Ahnung hat, was das für Leckereien sind, die dort angeboten werden. Man läßt sich einfach die Lieblingsstücke der Verkäuferin einpacken und kommt oft darüber ins Gespräch. Eine ganz besondere Erfahrung kann es auch sein, wenn man dort Essen geht, wo auch die Einheimischen hingehen. (Tipp am Rande: Wenn Sie Unterwegs auf der Landstraße zur Mittagszeit Rast machen wollen, suchen Sie sich eine Gaststätte, vor der viele einheimische LKW und Fahrzeuge von Handwerkern stehen. Dort gibt es meist gutes, kräftiges Essen für wenig Geld. Trucker wissen so etwas). Und probieren Sie unbedingt mal etwas unbekanntes von der Speisekarte.

Großes Abenteuer für Kinder

Sie erinnern sich eventuell noch an Ihre eigene Kindheit: Camping ist eines der größten Abenteuer für Kinder schlechthin. Lagerfeuer, Angeln oder Tiere in freier Wildbahn sehen ist mindestens genau so interessant, wie wie andere Kinder auf dem Campingplatz kennenzulernen oder die Freiheit zu genießen, mit seinen neuen Freunden den ganzen Platz unsicher zu machen. Beim Hotelurlaub wird ein gewisses Maß an „gutem Benehmen“ von den Kindern erwartet. Auf einem Campingplatz geht es häufig etwas zwangloser zu, so daß zumindest unsere Kinder ganz schnell heimisch werden. Es gibt ja auch so viel zu sehen und zu tun, was es zu Hause nicht gibt.

Camping festigt die Familienbande

Viele kleine und große Dinge erledigt man im Urlaub zusammen. Bei uns gehe immer ich Abwaschen – meist zusammen mit unserer Großen. Und dabei wird vorgeführt und nachgemacht, erzählt, kleine Sachen entdeckt („Mama, wir haben eine Blindschleiche gesehen.“). Gemeinsame Erlebnisse schweißen zusammen. Eine gemeinsame Radtour, ein Ausflug in einen Kletterpark… Davon erzählen alle noch lange.

Man hat mehr Zeit für die Familie, der Stress des Alltages rückt in den Hintergrund.

Die eigene Küche ist immer dabei

Und auch die eigene Vorratskammer. Und die ist gefüllt mit allen leckeren Sachen, die wir gerne mögen. Natürlich gehen wir im Urlaub gerne mal essen. Aber gerade mit Kindern kann es manchmal etwas anstrengend werden. („Mama, das Schnitzel schmeckt mir nicht !“ „Aber du magst doch sonst so gerne Schnitzel?!“ „Aber das hier schmeckt mir nicht!!!“). Manchmal war Essen in Fremde auch ein Abenteuer, auf das selbst wir Erwachsenen gern verzichtet hätten. Sei es, das man Zweifel an der Hygiene bekommt, an der Qualität der Zutaten oder der Begabung des Koches. Wie gut, das es Plan B gibt, und man am heimischen Herd etwas zaubern kann, das alle zufrieden stellt.

Etwas ganz besonderes sind auch öffentliche Grillplätze. Auf manchen Campingplätzen ist es nicht so gern gesehen, wenn jeder seinen eigenen Grill benutz. statt dessen stehen öffentliche Grillplätze zu Verfügung, die meist so groß sind, daß zwei Familien gleichzeitig ihr Essen zubereiten können. Man schaut sich diese Plätze an und entscheidet, ob man dort Kochen und Grillen möchte. Wenn man es tut, ist es vor allem für die Kinder wahnsinnig spannend („Papa, was macht die Frau da?“).

Keine bösen Überraschungen

Mit bösen Überraschungen muss man immer rechnen, wenn man in ein unbekanntes Hotel fährt oder fliegt. Die Zimmer sind zu klein, die Betten zu hart, die Baustelle vor dem Fenster war nicht im Prospekt abgebildet oder der Ausblick geht nicht aufs Meer sondern auf den Parkplatz. Man hört ja oft auch Berichte von Ungeziefer oder unsauberen Zimmern oder Schwimmbädern. Und man hohrt von langen Streiteren mit Reiseveranstaltern.

Wie schön ist doch da das Reisen mit einem Wohnmobil: Schon vor der Abreise weiß man genau, wie es darin aussieht – man hat es ja schließlich selbst eingerichtet. Die ganze Technik hat man überprüft und wenn es sein muß repariert (oder reparieren lassen). Mit dem Mobil sollte es also eigentlich keine Überraschungen geben. Und am Zielort auch nicht, denn der wird kurzerhand geändert, wenn es einem nicht gefällt.

Hier noch einige Tipps, wie man einen entspannten Urlaub mit Kleinkind erleben kann.

„Entschleunigen“

Der letzte Grund, warum wir Urlaub mit dem Wohnmobil lieben ist die fehlende Hektik. Im normalen Alltag muß man immer mehr erledigen: Einkaufen, reparieren, Garten Pflegen, die Kinder zum Reiten oder zum Arzt bringen usw. Im Urlaub können wir dieser Entwicklung bewusst entgegen steuern. Wir legen das Reisetempo fest, wir entscheiden wie weit wir an einem Tag fahren und was wir an einem Urlaubstag machen wollen. Meißt nehmen wir uns nicht viel vor. Zum Beispiel an den Strand zu gehen. Den Kindern erscheint es wie ganz viele tolle Dinge an einem Tag zu erleben: Baden, Muscheln sammeln, Sandburg bauen, Drachen steigen lassen… Uns erscheint es wie ein ganz gemütlicher Ausflug: man sitzt in der Sonne, schaut den Kindern zu und genießt es, nichts zu tun. Danach bummelt man gemütlich nach Hause, ißt auf dem Weg noch ein Eis…

So schön kann Urlaub sein!

Was sind Ihre Gründe, warum lieben Sie den Urlaub mit dem Wohnmobil?

 

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