Wintercamping – Tipps für das Reisen im Winter

Wintercamping liegt im Trend, wie die Zahlen der Campingplatzbetreiber zeigen. Doch Camping bei Eis und Schnee ist eine ganz andere Sache als im Sommer. Lesen Sie unsere Tipps für das Reisen mit dem Wohnmobil im Winter.

Richtige Planung

Wintercamping mit dem Wohnmobil erfordert etwas mehr Planung und Vorbereitung als im Sommer.

Wählen Sie Ihren Campingplatz sorgfältig aus. Ein Platz fürs Wintercamping bietet zum Beispiel folgendes:

  • Gasflaschentausch
  • Beheizte Aufbewahrungs- und Trockenräume für die Skiausrüstung und andere nasse Kleidung
  • Beheizte Aufenthaltsräume
  • Sauna (kein Muss, aber sehr angenehm)
  • Campingshop – für Lebensmittel, aber auch für Ausrüstungsgegenstände

Hier noch einige Empfehlungen für Campingplätze (nicht von mir).

Richtig Heizen

Damit es in Ihrem Wohnmobil im Winter richtig schön mollig warm wird, sollten Sie vor allen Dingen gründlich Lüften. Im Fahrzeug sammelt sich Feuchtigkeit: jeder Mensch atmet über Nacht ungefähr einen halben Liter Wasser aus, beim Verbrennen von Propangas (zum Kochen und Heizen) entsteht Wasserdampf und die nasse Kleidung soll ja auch noch trocknen.

Und diese Feuchtigkeit muss raus da, es sonst im Wohnmobil ungemütlich wird und sich sogar Schimmel bilden kann. Kalte Luft ist relativ trocken und kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als warme: das Erwärmen kalter Luft trocknet also das Wohnmobil. Aber Vorsicht: kühlt diese Luft wieder ab, schlägt sich die Feuchtigkeit als Wasser nieder.

Am Besten ist zweimal am Tag gründliches Stoßlüften: morgens, um die Feuchtigkeit der Nacht herauszubekommen, und abends, damit sich über Nacht, wenn es kühler wird, keine Feuchtigkeit niederschlagen kann.

Schutz vor Kälte

Beim Wintercamping spielt der Schutz vor der Kälte natürlich eine wichtige Rolle. Camping im Winter soll ja schließlich gemütlich sein. Leider haben Wohnmobile etlich Kältebrücken, an denen die Wärme wieder verschwindet:

  • bei manchen Fahrzeugen weht kalte Luft durch die Lüftung des Fahrzeuges herein (einfach auf Umluftbetrieb stellen, die Lüftungsöffnungen sind dann zu)
  • gerade bei Teilintegrierten ist das ganze Cockpit schlechter isoliert als der Wohnbereich (hier hilft häufig eine Decke oder ein Vorhang, den Sie zwischen Wohnbereich und Fahrerhaus aufhängen)
  • manchmal schließt die Aufbautür nicht richtig, so dass dort immer ein kalter Luftstrom hereinkommt – auch hier hilft eine Decke manchmal Wunder
  • An den Fenstern geht viel Wärme verloren, da sie keine richtigen Doppelfenster sind. Schließen Sie die Verdunklungsrollos, entsteht ein Luftpolster und damit eine Isolation.
  • Besorgen Sie sich Winterabdeckungen für die Luftöffnungen des Kühlschranks. An diesen riesigen Öffnungen geht viel Wärme verloren

Aber Vorsicht: Decken Sie nicht die Zwangs Be- und Entlüftungen ab. Luftzirkulation und Austausch sind wichtig (siehe oben).

Strom, Wasser, Gas

Beim Wintercamping verbrauchen Sie mehr Strom als im Sommer: es ist die dunkle Jahreszeit – Sie machen also das Licht an. Die Heizung läuft länger und deren elektrische Gebläse verbraucht Strom. Auf der anderen Seite wird eine Solaranlage – sofern Sie eine haben – längst nicht den selben Ertrag liefern, wie im Sommer. Aus diesen Gründen ist das Freistehen im Winter eher problematisch.

Beim Wasser müssen Sie aufpassen, dass es nicht einfriert. Je nachdem, ob es sich um ein wintertaugliches oder winterfestes Wohnmobil handelt, ist der Frischwassertank eventuell nicht im beheizten Raum untergebracht. Beim Abwasser ist es nicht ganz so problematisch: stellen Sie einen Eimer unter den Auslass und öffnen Sie den Hahn. Das Schmutzwasser friert zwar trotzdem – aber eben nicht in Ihrem Fahrzeug. Besonders leicht bekommen Sie den Eisklotz aus einem Eimer in konischer Form wieder heraus.

Kontrollieren Sie vor der Reise das Frostschutzventil der Therme! Dieses öffnet bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und lässt alles Wasser hinauslaufen. Das Ventil schließt aber nicht automatisch. Mir ist es schon passiert, dass ich am Abend vor der Abreise Frischwasser aufgefüllt habe und dieses Ventil im Laufe der Nacht geöffnet hat. Am nächsten Morgen stand ich also vor einem großen Eissee.

Gas benötigen Sie vor allem zum Heizen. Sie sollten also unbedingt einen ausreichenden Vorrat mitnehmen. Bei mir reicht eine 11kg-Gasflasche für ungefähr drei Tage, wenn ich ständig heize, und gelegentlich das Wasser erwärme. Das hängt natürlich vom Wohnmobil und den Wetterbedingungen ab. Erkundigen Sie sich am besten bevor Sie losfahren, ob und wo Sie am Zielort Gasflaschen tauschen können!

Fahren im Winter

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Zum Wintercamping sollten Sie nur auf Winterreifen oder Ganzjahresreifen fahren! Wenn Sie in die Berge möchten, sollten Sie Schneeketten dabei haben, und auch wissen, wie Sie damit umgehen. Beides ist gerade bei Mietfahrzeugen nicht in jedem Fall gegeben.

Denken Sie daran: ein Wohnmobil ist schwer und der Schwerpunkt liegt sehr weit oben. Beides macht das Fahren im Winter, auf nassen oder gar glatten Straßen schwieriger als im Sommer oder mit einem PKW.

Schnee auf dem Fahrzeug

Schnee auf dem Wohnmobil mag malerisch aussehen und manch einer von Ihnen denkt vielleicht, dass die weiße Pracht eine zusätzliche Isolation ist. Aber sobald Sie anfangen zu heizen, taut der Schnee an. Sobald es wieder kalt wird, entsteht Eis. Schnee und vor allen Dingen dieses Eis wird zu einem gefährlichen Geschoss, sobald Sie wieder fahren und sollte deshalb regelmäßig entfernt werden

Spezielle Ausrüstung

Zum Wintercamping sollten Sie einige Dinge mitnehmen, die man im Sommer nicht unbedingt braucht:

  • Einen Besen, um den Schnee vom Fahrzeug zu fegen
  • einen Eimer, um das Schmutzwasser aufzufangen
  • Schneeketten für die sichere Fahrt
  • Einen Schneeschieber, um dem Wohnmobil den Weg freizuschaufeln, wenn es wieder nach Hause geht
  • Einen Eiskratzer, am Besten mit langem Griff
  • Eine zusätzliche Gasflasche für die Heizung

Wintercamping? Na klar! Und nicht nur für alte Hasen

Im Laufe der Zeit und mit wachsender Erfahrung werden Sie herausfinden, worauf Sie bei Ihrem Wohnmobil achten sollten, welche Ausrüstung Sie mitnehmen müssen damit das Wintercamping für Sie zum Erfolg wird. Denn jeder von uns lernt bei jeder Fahrt etwas dazu – egal ob Anfänger oder „alter Hase“.

Wie sind Ihre Erfahrungen beim Campen in Eis und Schnee? Welche Tipps haben Sie? Lassen Sie es uns wissen: unten, in den Kommentaren!

Wintertauglich oder Winterfest?

Häufig ließt oder hört man, dass ein Wohnmobil Wintertauglich oder Winterfest ist. Aber was bedeutet das eigentlich? Was ist der Unterschied? (Übrigens: Hier gibt es Tipps zum Wintercamping)

Für die Antwort gibt es tatsächlich eine Europäische Norm. In DIN EN1646-1 (Bewohnbare Freizeitfahrzeuge – Motorcaravans – Teil 1: Anforderungen an den Wohnbereich hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit), Kapitel 2 (Heizung) wird genau beschrieben, was damit gemeint ist.

Wintertauglich oder Winterfest nach EN1646-1

Wintertauglich nach Stufe 2 ist ein Wohnmobil, wenn sich durch die serienmäßige Heizung der Innenraum auf 20 Grad erwärmen lässt. Und zwar bei einer Außentemperatur von 0 Grad und innerhalb von 2 Stunden. Dabei ist es übrigens egal, ob das Frischwasser frostfrei bleibt oder nicht.

Winterfest nach Stufe 3 ist ein Wohnmobil, wenn es in den gleichen 2 Stunden 20 Grad erreicht, und zwar bei einer Außentemperatur von -15 Grad. Zusätzlich muss jetzt auch die Wasseranlage frostfrei bleiben und einwandfrei funktionieren.

Um diese Anforderungen zu erfüllen – besonders für Stufe 3 – bauen die Hersteller Wohnmobile mit zahlreichen Besonderheiten.

Wintertaugliche Wohnmobile

Wohnmobile die nach der oben genannten Stufe 2 wintertauglich sind, haben eine ausreichende Isolierung und natürlich eine Heizung. Zum heizen wird Propangas verbrannt und die warme Luft mit einem Gebläse im Fahrzeug verteilt. Die Isolierung besteht häufig aus ca. 3 cm dickem Styropor, das – von beiden Seiten mit Sperrholz beklebt – die Außenwände bildet.

Die größten Probleme bei „nur“ wintertauglichen Wohnmobilen sind die häufig nur bedingt frostfeste Wasseranlage, ein fußkalter Wohnraum und das sie bei Temperaturen unter 0 Grad nicht mehr mollig warm werden und schnell wieder auskühlen.

Winterfeste Wohnmobile

Fahrzeuge, die die Anforderungen der Stufe 3 erfüllen sollen, sind entsprechend anders aufgebaut. Die Isolation der Wände ist besser und häufig gibt es einen beheizbaren Doppelboden. Dadurch ist es in diesen Wohnmobilen nicht fußkalt und der Komfort entspricht fast einem Haus oder eine Wohnung mit Fußbodenheizung. Statt warmer Luft zirkuliert warmes Wasser. Dadurch wird auch noch Energie gespart – eine Gasflasche hält etwas länger.

Der Frisch- und Abwassertank befindet sich im Doppelboden und wird damit im Warmen – das Wasser friert also nicht ein. Dieser Doppelboden bietet auch noch zusätzlichen Stauraum.

Problematisch ist das Gewicht. Wohnmobile mit Doppelboden sind fast nie in der 3,5t Klasse zu finden. Zum Fahren benötigen Sie also einen LKW-Führerschein.

Sehr große Menschen können hier auch ihre Probleme bekommen, da der Doppelboden die Stehhöhe im Inneren verringert.

Winterfeste Wohnmobile sind teilweise deutlich teurer als wintertaugliche Fahrzeuge – bieten aber auch einen Mehrwert.

Wintertauglich oder Winterfest – was brauche ich?

Welches Wohnmobil Sie brauchen, hängt vor allem von Ihren Reisegewohnheiten ab. Wenn Sie mehrer Tage zum Skifahren möchte, dann ist sicherlich ein winterfestes Wohnmobil für Sie das Richtige.

Reisen Sie allerdings nur von Frühling bis Herbst und wollen auch mal eine Nacht mit Bodenfrost überstehen, dann reicht ein wintertaugliches Fahrzeug.

Übrigens: Unsere Mietfahrzeuge sind wintertauglich. Winterfeste Fahrzeuge bieten wir nicht an, da nicht jeder Mieter eine entsprechende Fahrerlaubnis hat.

 

Egal ob Ihr Fahrzeug wintertauglich oder -fest ist, bestimmt finden Sie unsere Tipps für das Reisen im Winter hilfreich.

Checkliste für den Wohnmobilurlaub

Bevor man in den Urlaub aufbrechen kann, gilt es an eine Menge zu denken. Im Internet gibt es viele „Urlaubschecklisten“ (Google zeigt fast eine halbe Million Ergebnisse) Eine ganz hervorragende Liste für Reisen allgemein ist die Urlaubs-Checkliste, die übrigens bereits seit 1994 im Internet ist. Auch die ultimative Wohnmobil Packliste von 14qm ist empfehlenswert, besonders wenn man sich der technischen Zuverlässigkeit seines Fahrzeuges unsicher ist. Wer also Angst hat zu vergessen, den Briefkastenschlüssel beim Nachbarn abzugeben oder die Kaffeemaschiene auszumachen, der kann es in diesen Checklisten abhaken. Hier soll es speziell um darum gehen, woran man alles denken muss, bevor man in den Wohnmobilurlaub aufbricht. Hier ist meine …

Checkliste für den Wohnmobilurlaub

Fahrzeug

Die folgenden Dinge empfiehlt es sich am Fahrzeug zu überprüfen. Das ist nichts anderes, als am PKW. Was man nicht selbst machen kann, wird in der Werkstatt erledigt. Für viele Eventualitäten unterwegs kann eine ADAC-Mitgliedschaft die Rettung sein.

  • TÜV gültig?
  • Grüne Umweltplakette vorhanden?
  • Verbandskasten vorhanden? Noch nicht abgelaufen?
  • Motorölstand korrekt?
  • Kühlerflüssigkeit korrekt?
  • Beleuchtung in Ordnung?
  • Reifendruck- und profil in Ordnung? Ersatzrad bzw. Notfall-Reparaturset vorhanden und einsatzbereit? Wagenheber an Bord?
  • Warndreieck und Warnwesten dabei?
  • Scheibenwischerblätter noch ok? Waschflüssigkeit aufgefüllt?
  • Starterbaterie ok?
  • Feuerlöscher an Bord und auch noch nicht abgelaufen?
  • Versicherung
  • Haben Sie ein Navi an Board? Achten Sie auf aktuelles Kartenmaterial!

Speziell Wohnmobil

Neben den allgemeinen Punkten gilt es auch noch einige zu beachten, die speziell ein Wohnmobil betreffen

  • Frischwassertank gereinigt und desinfiziert?
  • Frischwasser aufgefüllt ?(zu Hause nur so viel Wasser tanken, wie man während der Fahrt braucht, um Gewicht zu sparen)
  • Ablassventil des Tanks und Frostschutz der Heizung zu?
  • Toilettenkassette geleert und gereinigt?
  • Sanitärchemie dabei?
  • Schmutzwassertank entleert?
  • Gasflasche(n) voll?
  • Bordbatterie geladen? Säurestand ok?
  • Funktioniert die Heizung? Und der Warmwasserboiler?
  • Funktioniert der Kühlschrank? Bei vielen Kühlschränken kann man wählen, ob sie mit Gas, Strom von außen oder (während der Fahrt) Strom von Lichtmaschine laufen. Man sollte alle Modi überprüfen. Auch bei Kühlschränken mit automatischer Umschaltung.
  • Streichhöl zer oder Feuerzeug
  • Vergessen Sie nicht die CEE-Adapter und ein Verlängerungskabel!
  • Haben Sie eine Gießkanne oder ein Schlauch zum Nachfüllen des Frischwassertanks dabei?
  • Sind die Auffahrkeile im Fahrzeug?
  • Warntafel für Fahrradtransport. Es gibt sowohl für Italien als auch für Spanien eine ganz speziell vorgeschriebene Tafel.

Campingausstattung allgemein

Natürlich braucht man auch beim Reisen mit einem Wohnmobil einige Sachen, die man auch bei anderen Formen des Campens einpackt.

  • Wäschetrockner oder Leine? Wäscheklammern?
  • Sturmanker für die Markise?
  • Ein kleiner Werkzeugkoffer
  • Robustes Klebeband (Panzertape)
  • Campingtisch und -stühle
  • Spülmittel, Schüssel und Geschirrhandtücher
  • Grill und Zubehör
  • Kerzen, Taschenlampe
  • Anti-Mückenmittel
  • Sonnencreme
  • Strandmuschel
  • Schwimmschuhe
  • Bollerwagen klappbar
  • Küchenausstattung (also Teller, Töpfe, Gläser, Tassen, Besteck, etc.)
  • Reiseapotheke
  • Hygieneartikel, Kosmetik
  • Bekleidung entsprechend Reiseziel und Jahreszeit

Unterwegs mit Kleinkind?

Lesen Sie hier unsere Tipps für Wohnmobilurlaub mit Kleinkind.

Start der Campingsaison

So gelingt der Start der Campingsaison

Liebe Campingfreunde, bald ist es wieder soweit: der Start der Campingsaison steht unmittelbar bevor. Für viele Camper hat die Saison nie aufgehört, sie waren als Wintercamper unterwegs. Für alle anderen wird es Zeit, den geliebten Wohnwagen oder das Wohnmobil in Schuß zu bringen, und die nächsten Reisen zu Planen. Hier einige Gedanken, die beim Start helfen.

Fahrzeug auswintern

Bevor es losgehen kann, müssen wir unser Reisefahrzeug aus dem Winterschlaf wecken, und es Einsatzbereit machen. Für unsere Mieter entfällt dieser Punkt natürlich.  Sie können sicher sein, dass ihr Miet-Wohnmobil einsatzbereit und in hervorragendem Zustand ist. SInd Sie selbst Besitzer eines Wohnwagens oder eines Wohnmobiles, gibt es für Sie jetzt einiges zu tun.

Fahrzeug reinigen

Egal ob Scheune oder Straßenrand – ein Wohnwagen oder Wohnmobil zieht den Schmutz auf beinahe magische Weise an. So wollen wir natürlich nicht auf große oder kleine Fahrt gehen. Also: der Dreck muß weg. Aber bitte mit Vorsicht und Verstand. LKW Waschanlagen oder auch Hochdruckreiniger sind vielleicht verlockend, machen aber in Wirklichkeit mehr Schaden, als sie am Ende nützen. Unsere Wohnwagen oder Wohnmobile sind den scharfe Reinigungsmittel und harte Bürsten nicht gewachsen, da sie einen anderen, viel weicheren Lack als ein Auto haben und Scheiben aus Kunststoff, die sehr leicht zerkratzen.

Der Fachhandel bietet eine große Anzahl an Reinigungsmitteln an, die alle hervorragend auf die besonderen Materialien unserer Reisefahrzeuge abgestimmt sind und außerdem noch die Umwelt schonen. Gute Erfahrungen haben wir mit den Produkten von Certiman gemacht. Sie benötigen einen Eimer, Schwämme, Bürsten, Wasserabzieher und ein weiches Tuch für die empfindlichen Fensterscheiben. Und schon kann an einem Sonntag-Nachmittag Urlaubsvorfreude aufkommen. Bitte beachten Sie besonders das Dach. Gerade Fahrzeuge, die den Winter im Freien verbracht haben, sind von oben recht un­an­sehn­lich: schmieriger Dreck, Algen, ja manchmal sogar Moos sammeln sich dort und müssen weg. Bitte informieren Sie sich beim Hersteller oder Händler, ob Sie auf dem Dach herumlaufen können, oder ob alles von einer Leiter aus erledigt werden muss.

Im Innenbereich des Fahrzeuges sollte man möglichst auf Reinigungsmittel verzichten. Ein (leicht) feuchter Lappen sollte für die Holzoberflächen reichen. Lediglich im Bad und eventuell in der Küche kommen Reinigungszusätze zum Einsatz.

Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, die Trinkwasseranlage zu reinigen und zu desinfizieren. Anschließend gründlich lüften, um die Feuchtigkeit und den Winter-Mief aus dem Reisemobil heraus zu bekommen.

Auf Beschädigung prüfen

Wenn Sie jeden Zentimeter des Fahrzeuges von Hand reinigen, schonen Sie es nicht nur, sondern Sie können sich dabei auch alles genau ansehen und Beschädigungen finden.

  • Überprüfen der Wasser und Gasanlage auf Frostschäden.
  • Bei den Batterien gegebenenfalls der Säurestand kontrollieren und vollständig aufladen.
  • Wie sieht es mit Feuchtigkeit im Fahrzeug aus? Wenn die Polster muffig riechen, sind Sie häufig feucht geworden. Dem sollten Sie unbedingt auf den Grund gehen! Ist vielleicht die Luftzirkulation unterbrochen worden? Ein häufiges Problem, wenn „zum Schutz“ irgendwelche Planen im Herbst über das Fahrzeug gezogen wurden. Oder sind vielleicht die Dichtungsgummis an Fenstern, Türen und Dachlucken alt und brüchig?
  • Werfen Sie ruhig einmal einen Blick hinter die Lüftungsgitter des Kühlschranks. Blätter, Schmutz, tote Insekten, ja selbst eine Maus haben wir dort schon gefunden. Aber zum Glück noch nie Spuren von Wasser.
  • Alle Gummidichtungen an Fenstern und Türen sollten Sie jetzt überprüfen und mit Gummi-Pflegemittel behandeln.
  • Einen besonders kritischen Blick haben auch die Dachluken verdient: rissige oder verfärbte Luken sollten Sie austauschen lassen, da sie nicht mehr lange dicht bleiben werden.
  • Häufig findet man auch Wasser im inneren von Leuchten und Scheinwerfern. Spätestens, wenn Sie das nächste mal das Licht einschalten, werden die Leuchten hinüber sein.
  • Bei Wohnmobilen muss natürlich auch das Fahrzeug untersucht werden: Hat der Frost der Scheibenwaschanlage geschadet? Muss die Startbatterie nachgeladen werden? Sie hatten doch Winterdiesel im Tank, oder?
  • Werfen Sie auch einen Blick auf die Reifen! Überprüfen Sie die Profiltiefe, Flanken und Laufflächen auf Schäden, und versuchen Sie sich zu erinnern, wie lange die aktuelle Bereifung schon am Fahrzeug ist.

Inspektionen durchführen

Wenn Sie mit dem Zustand Ihres Wohnmobile oder Wohnwagens zufrieden sind, dann sollte es der Werkstattmeister und TÜV-Prüfer eigentlich auch sein. Jetzt, vor dem Start der Campingsaison ist ein guter Zeitpunkt, das Fahrzeug zur Durchsicht anzumelden. Schauen Sie nach, ob die Hauptuntersuchung fällig ist und die Prüfung der Gasanlage. Ist das Wohnmobil oder der Wohnwagen in der Werkstatt, könnten Sie auch gleich einige technische Verbesserungen durchführen lassen. Wenn Sie zum Beispiel den Säurestand der Aufbaubatterie prüfen mussten, wäre der Einbau einer modernen Gel- oder AGM Batterie zu Überlegen. Details dazu finden Sie hier: Bordbatterie im Wohnmobil. Auch der Einbau moderner LED-Beleuchtung zahlt sich auf lange Sicht aus.

Reiseplanung

Sie haben sich sicherlich schon den ganzen Winter Gedanken über diesjährige Reiseziele gemacht. Aber jetzt, zum Start der Campingsaison, wenn Ihr Fahrzeug duftig-sauber und technisch einwandfrei vor Ihnen steht, nimmt die Planung sicherlich Fahrt auf. Ostern und Pfingsten sind traditionell die ersten „großen“ Reisetermine im Jahr. Jetzt ist die Gelegenheit, über Reiseziele nachzudenken, und über den Weg dorthin. Viele tolle Reiseangebote, auch Last-Minute und Sonderangebote finden Sie bei Eurocamp.

Campingführer

Sie haben sicherlich Ihre bewährte Methode, Ihrer Reiseziele, Camping- oder Stellplätze zu finden. Trotzdem lohnt es sich nachzusehen, ob vielleicht in diesem Jahr der alte Campinführer ersetzt werden muss. Außerdem lohnt sich immer ein Blick in den App-Store von Apple oder Google, da es eine gewaltige Anzahl von Apps für das Smartphone gibt, die versprechen, genau so gut zu sein wie jedes Buch. Wir nutzen meist das Buch (bei uns ist es der ADAC Campingführer) und die dazugehörige Landkarte, um einen Überblick über mögliche Stellplätze im Zielgebiet zu bekommen. Unterwegs ist das Smartphone praktischer. Es gibt Apps, die Campingplätze in der Nähe des aktuellen Standortes anzeigen. Damit ist es ganz einfach, eine Platz für eine Nacht zu finden, von dem aus es dann am nächsten Tag weitergehen kann.

Schreiben Sie doch unten einen Kommentar, was für Sie am praktischsten und einfachsten ist!

Umweltzonen und Vignetten

Wir reisen am liebsten in fremde Länder. Und wie heißt es so treffend? „Andere Länder, andere Sitten.“ Und auch andere Regeln. Zum Beispiel Regeln für das Fahren auf Autobahnen, in Innenstädten und Ballungsräumen. Wir reden von Maut, Autobahnvignetten und Umweltzonen. Da sich diese bekanntlich häufig ändern, lohnt es sich, hier ständig am Ball zu bleiben und sich zu informieren. Mißachtung dieser Regeln kann empfindliche Konsequenzen haben. Es liegt in Ihrer Verantwortung als Fahrzeuglenker, diese Regeln zu beachten. Das gilt übrigens auch, wenn Sie ein Fahrzeug mieten. Und nur weil Ihr Wohnmobil oder Ihr Zugfahrzeug in Deutschland eine grüne Plakette bekommt, heißt es noch nicht, dass es im Ausland in alle Zonen einfahren darf.

Eine gute Übersicht finden Sie beim ADAC oder zum Beispiel hier: https://de.camperstyle.net/maut-und-vignetten-in-europa-regelungen-kosten/.

Dieselfahrverbot

Das Thema „Dieselfahrverbot“ ist in den letzten Wochen aufgekommen, das die Justiz den Weg dafür frei gemacht hat. Riesig groß war die Empörung. Doch bleiben wir mal entspannt, und überlegen, was jetzt eigentlich passiert ist. Die Richter haben lediglich bestätigt, das Städte und Gemeinden das Recht haben, für bestimmte Fahrzeuge ein Fahrverbot auszusprechen, wenn Sie keine andere Möglichkeit sehen, bestimmte Schadstoffwerte in der Luft in den Griff zu bekommen. Die Richter haben nicht verboten, einen Diesel zu fahren. Und viele Städte haben schon angekündigt, dass sie von diesem Recht nicht oder kaum Gebrauch machen wollen. und außerdem, wer fährt schon zum Camping in die Innenstadt von Berlin oder München.

Meiner Meinung nach sollte man sich über das „Dieselfahrverbot“ nicht so sehr den Kopf zerbrechen. Falls es wirklich irgendwann irgendwo zur Anwendung kommen sollte, wird es viele von uns nicht oder kaum betreffen.

 

Hätten Sie es gewusst? So funktioniert die Elektrik im Wohnmobil

Unzählige Fragen in Camping Foren oder Facebook Posts zeigen: Bei kaum einem Thema gibt es so viele Fragen wie zu der Wohnmobil Elektrik. Es ist verständlich, dass sich so viele Wohnmobilisten mit der Wohnmobil Stromversorgung beschäftigen. Mit elektrischen Geräten oder kleineren Änderungen an der elektrischen Anlage läßt sich ein deutlicher Komfortgewinn im Wohnmobil erzielen. Da findet jemand im Baumarkt ein Sonderangebot für moderne LED-Leuchtmittel und möchte sie in seinem Wohnmobil einbauen. Jemand anders möchte seine Nähmaschine unterwegs benutzen. Wieder jemand anders möchte von der Stromversorgung des Campingplatzes unabhängig werden.

Bei keinem anderen Thema zeigt sich leider auch so viel (gefährliches) Unwissen, gepaart mit so viel Tatendrang, wie gerade bei der Wohnmobil Elektrik. Fast jeder denkt, daß er mal schnell irgendeine Elektro-Bastelei durchführen kann. Und leider denkt auch fast jeder, daß er dazu fachkundig Auskunft geben kann.

In diesem Artikel möchte ich einen Überblick über die Grundlagen der Stromversorgung im Wohnmobil bzw. Wohnwagen geben und die häufigsten Fragen, die ich in Foren und Posts gefunden habe, beantworten.

Niemand aber sollte vergessen, daß Elektriker nicht ohne Grund ein dreijähriger Ausbildungsberuf ist und dass Umbauten an der Stromversorgung im Wohnmobil wirklich nur etwas für Fachleute sind.

Grundlage der Elektrik

Bevor wir uns über all die Details im Wohnmobil unterhalten, möchte ich sicherstellen, dass wir alle über das Selbe sprechen. Wiederholen wir also die Grundlagen von Spannung, Stromstärke und Leistung (stark vereinfacht).

Die Spannung ist der Unterschied der elektrischen Ladung zwischen zwei Punkten – der Potentialunterschied (am verständlichsten ist das bei einer Batterie: die Spannung ist der Unterschied zwischen Plus und Minus). Damit ist die Spannung die Ursache des elektrischen Stromes. Das soll heißen, wo keine Spannung anliegt, kann auch kein Strom fließen. Die Spannung misst man in Volt – V. Das Formelzeichen ist U.

Die elektrische Stromstärke ist dabei die „Stärke“, mit der der Strom fließt bzw. die Geschwindigkeit, mit der sich die elektrische Ladung durch ein Kabel bewegt. Die Stromstärke wird in Ampere – A gemessen. Das Formelzeichen ist I.

Aus diesen beiden grundlegenden Größen ergeben sich weitere. Hier wollen wir nur über die elektrische Leistung sprechen. Darunter versteht man die Arbeit, die der elektrische Strom leistet. Also zum Beispiel eine Lampe leuchten oder einen Motor drehen zu lassen. Je höher die Leistung, desto heller die Lampe. Oder desto schneller / kraftvoller dreht der Motor. Die elektrische Leistung gibt man in Watt – W an. Ihr Formelzeichen ist P. Die Leistung misst man nicht, sondern errechnet sie: Sie ist das Produkt aus Spannung und Stromstärke. Es werden also die beiden Basisgrößen multipliziert.

Im Normalfall ist die Spannung immer gleich hoch – 230V im Haushalt, 12V im Wohnmobil (Sie sehen, wir ignorieren hier sogar den Unterschied zwischen Gleich- und Wechselstrom).

Wohnmobil Elektrik – ein Gleichnis

Ein ganz einfacher Vergleich (der wirklich auf allen Füßen hinkt) hilft Ihnen, sich das bildlich vorzustellen. Wir haben zwei Gefäße: eine Badewanne und einen Eimer. In diese passen 100l Wasser hinein, bzw. 10l. Wir wollen beide in der gleichen Zeit – nämlich 12 Minuten füllen. Jeder kann sich sicherlich sehr gut vorstellen, daß zum Füllen der Badewanne das Wasser stärker fließen muß, als zum Füllen des Eimers. Das außerdem mehr Wasser gebraucht wird, sagt ja schon die Angabe 100l vs. 10l. Auf die Elektrik im Wohnmobil übertragen bedeuten die 12 Minuten eigentlich 12V, das Volumen der Gefäße entspricht der elektrischen Leistung und wie stark das Wasser fließt, soll uns ein Gleichnis für die Stromstärke sein. Elektrisch ausgedrückt muss also bei einer Spannung von 12V der Strom 10 mal höher sein, um die die 10-fache Leistung zu erbringen.Sie können sich sicherlich sehr gut vorstellen, daß der Schlauch viel dicker sein muß.

Woher kommt der Strom im Wohnmobil

Damit der Strom im Wohnmobil fließen und nützliche Dinge tuen kann (leuchten, drehen, kühlen), muß er natürlich irgendwo her kommen. Sie kennen das: sobald Sie auf dem Camping- bzw. Stellplatz angekommen sind, verbinden Sie Ihr Fahrzeug mit der örtlichen Stromversorgung – also der Steckdose am Platz. Damit wird das Wohnmobil von außen  mit einer Spannung von 230V versorgt. Diese 230V stehen jetzt an den Steckdosen im Inneren zur Verfügung. Sie können also die gleichen Geräte wie zu Hause benutzen. Einen Fön, eine Kaffeemaschine oder ein Laptop. Die Beleuchtung im Fahrzeug, die Wasserpumpe, der Fernseher, die Satelitenschüssel oder das Gebläse der Heizung benötigen allerdings eine Spannung von 12V. Um eine Spannung in eine andere Spannung zu verändern – zu transformieren – gibt es Geräte, die man Transformator nennt. Jeder Wohnwagen, jedes Wohnmobil, das mit 230V von außen versorgt wird, um im inneren 12V Lampen leuchten zu lassen, besitzt einen solchen Transformator.

In fast allen Wohnmobilen und in vielen Wohnwagen ist außerdem eine Bordbatterie verbaut. Diese Batterie (die ebenfalls eine Spannung von 12V hat), versorgt die 12V Verbraucher, die oben genannt wurden, mit Strom, wenn dieser nicht von außen kommt. Hier muß aber dafür gesorgt werden, daß Sie Ihre Batterie wieder aufgeladen können. Deshalb ist ein Ladegerät eingebaut. Dieses Gerät lädt die Batterie wieder auf und übernimmt die Stromversorgung im Wohnmobil. Es tritt also an die Stelle des einfachen Transformators.

Elektroblock im Wohnmobil

Die Bordbatterie

Das Herz der Wohnmobil Elektrik ist die Batterie – ein Speicher elektrischer Energie, den man wieder aufladen kann. Im Wohnmobil und Wohnwagen kommen Batterien zum Einsatz, die ähnlich aufgebaut sind, wie die Starterbatterien im Auto. Es sind also Bleibatterien. Sollten Sie aber versuchen, eine Starterbatterie für die Wohnmobil Stromversorgung einzusetzen, so wird das nicht lange gut gehen. Beide Batterietypen sind für völlig unterschiedliche Einsatzzwecke konstruiert. Die wichtigsten Eigenschaften einer Bordbatterie sind ihre Spannung – die sollte 12V sein – und ihre Kapazität. Diese gibt an, wie viel elektrische Energie die Batterie speichern kann und ist damit ein Maß dafür, wie lange Sie Ihre Lampen leuchten lassen könne, bevor die Batterie alles ist. Die Kapazität wird im Amperestunden – Ah – angegeben.

Es kommen Säure-Nass, Gel oder AGM Batterien zum Einsatz. Diese unterscheiden sich vor allem durch ihren inneren Aufbau. Für Sie wird es erst interessant, wenn die Batterie gewechselt werden soll. Jeder dieser Typen muß nämlich vom Ladegerät anders geladen werden. Nicht jedes Ladegerät ist für alle Batterietypen geeignet. Also erst die Fähigkeiten des Ladegerätes herausfinden und dann Batterie wechseln.

Unglücklicherweise ist es gar nicht so einfach zu bestimmen, ob eine Batterie ganz voll, halb voll oder fast leer ist. Bestandteil fast jeder Wohnmobil Elektrik ist eine Anzeige, die genau das zeigen soll: wie voll die Batterie noch ist. Diese Anzeigen zeigen aber die Spannung der Batterie an. Und die ist nun mal kein sicherer Indikator für die verbleibende Kapazität. Die Spannung einer Bordbatterie ist nämlich nahezu konstant 12V und wird erst ganz kurz bevor die Batterie alle ist deutlich geringer. Zwischen ganz voll und halb voll kann man mit solchen einfachen Anzeigen nicht zuverlässig unterscheiden.

Bordbatterien leben leider nicht ewig. Sie kennen das vom Auto. Irgendwann ist die Batterie fertig und muß ersetzt werden. Man erkennt das daran, daß ihre Kapazität nachläßt. Die Lichter gehen immer früher aus. Um die Lebensdauer einer Batterie nicht zu verkürzen, sollte man sie nie zu tief entladen. Wenn also plötzlich alle Lampen ausgehen, dann ist es meist schon geschehen. Es gibt Geräte, die alle Verbraucher abschalten, bevor die Batterie geschädigt wird. Als Faustregel gilt: möglichst nicht mehr als 50% entladen. Sie sollten die Batterie nie längere Zeit halb voll lagern und immer mit einem Ladegerät geladen werden, das für Ihren Batterietyp geeignet ist. Gute Ladegeräte passen die Art, wie sie die Batterie laden dem Zustand der Batterie und der Temperatur an.

Über die Batterie im Wohnmobil können Sie hier noch viel ausführlicher nachlesen: https://womo-ohv.de/blog/bordbatterie-im-wohnmobil/

Autark sein

Häufig ist der Wunsch zu hören, das Wohnmobil soll (länger) autark sein, also unabhängig von einer externen Stromversorgung. Gefragt wird dann häufig nach Solarmodulen und dem zusätzlichen Einbau von Batterien. Gehen wir einen Schritt zurück. Was eigentlich gemeint ist: die Batterie soll nicht so schnell erschöpft sein, der Strom also länger reichen. Es gibt mehrere Wege, diese Ziel zu erreichen.

  • Sie können Ihre Gewohnheiten ändern und energiesparend leben. Statt elektrisches Licht brennen zu lassen, ist eine Kerze auch mal schön. Muß man unbedingt den Fernseher benutzen? Und wenn schon, dann bitte die Satellitenantenne wieder einklappen. Sie braucht nämlich im ausgeklappten Zustand ständig Strom. Auch wenn man sie gar nicht benutzt.
  • Sie können Verbraucher durch sparsamere ersetzen. Zum Beispiel alle Glühlampen durch LED-Lampen. Achten Sie darauf, 12V Lampen einzusetzen. Sonderangebote im Baumarkt sind für 230V (Wechselstrom) im Haus ausgelegt.
  • Sie können mehr Strom mitnehmen – also eine größere Batterie einzubauen. Diese hat aber normalerweise nicht bloß eine höhere Kapazität, sonder hat auch größere Abmessungen. Prüfen Sie, ob der Platz ausreicht. Wenn genug Platz vorhanden ist, kann man eine zweite Batterie parallel zur vorhandenen Einbauen. Die zweite muß aber unbedingt die selbe Spannung und Kapazität wie die vorhandene haben. Eigentlich geht das Parallelschalten von Bordbatterien nur mit baugleichen Batterien und bei Neufahrzeugen. Es wird Probleme geben, wenn die vorhandene Batterie schon älter ist (und deswegen einen anderen Innenwiederstand als eine neue hat). Zu einer alten Bordbatterie zusätzlich alte Mofa- oder Starterbatterien zu verbauen kann sehr böse Folgen haben. Im besten Fall ruinieren Sie eine der Batterien endgültig.
  • Sie können die Batterien zwischendurch nachladen. Zum Beispiel mit Solarmodulen auf dem Dach. Doch bevor Sie diesen Schritt gehen, machen Sie sich Gedanken über den Verfügbaren Platz auf dem Dach. Mit einem Modul erreicht man nicht viel. Und was ist, wenn es Tagelang nur regnet? Meiner Meinung nach hat es kaum Zweck, unter 250WP anzufangen.

Die ersten beiden Schritte sind unproblematisch und schnell umgesetzt. Die letzten beiden erfordern mehr oder weniger große Umbauten am Wohnmobil. Im Falle der Solarmodule müssen sogar Löcher in das Dach des Fahrzeuges gebohrt werden. Bevor Sie damit beginnen, ermitteln Sie Ihren Bedarf. Welche Verbraucher sollen wie lange betrieben werden. Nehmen Sie die elektrische Leistung jeden einzelnen Verbrauchers (ist normalerweise aufgedruckt) und dividieren Sie durch 12V. Das ergibt die elektrische Stromstärke. Multiplizieren Sie mit der Laufzeit. Das ist die benötigte Kapazität der Batterie.

Beispielreichnung

Wasserpumpe 25W : 12V =2A * 0,5h = 1Ah

Licht 16W : 12V = 1,3A * 4h = 5,3 Ah

Fernseher 50W : 12V = 4,2A * 1h = 4,2 Ah

In diesem Beispiel wird der Batterie täglich 1 Ah + 5,3 Ah + 4,2 Ah = 10,5 Ah entnommen. Verbaut im Beispiel Wohnmobil ist eine Bordbatterie mit 90Ah. 50% (da wir die Batterie schonen wollen) sind 45 Ah. Täglich ungefähr 45 Ah : 10,5 Ah ergibt ungefähr 4 Tage, bis Strom nachgetankt werden muß. Wenn Sie statt den Fernseher die Natur ansehen und zwar bei Kerzenschein, reduziert sich der Strombedarf auf 1 Ah und die Batterie hält für 40 Tage! Und das ganz ohne Umbauten der Wohnmobil Elektrik.

Wechselrichter im Wohnmobil

Ein häufiger Wunsch ist es auch, leistungsstarke Elektro-Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen oder Haarföne im Wohnmobil zu betreiben. Wenn der Strom von außen kommt, ist das kein Problem. Stecker in die Steckdose und los geht es. Was aber, wenn kein Außenstrom zu Verfügung steht? Dann muß der Strom aus der Bordbatterie kommen. Man braucht also ein Gerät, das aus 12V 230V machen kann. Diese Geräte werden Wechselrichter genannt. Die Nachrüstung eines solchen Gerätes ist allerdings nicht ganz unproblematisch. Je nachdem, welche Geräte daran betrieben werden sollen, ist die Belastung der Bordbatterie gewaltig. Es müssen sehr dicke Kabel verbaut werden – je nach Leitungslänge sollte der Querschnitt 35, besser 50qmm betragen.

Ein Beispiel: In unserem Beispiel-Wohnmobil von oben soll ein 1000W Fön an einem Wechselrichter betrieben werden. Wir gehen davon aus, das er 15 Minuten laufen muß, um die Haare zu trocknen. Ein Wechselrichter für eine Leistung von 1000W oder mehr kostet fast 1000,00€. Während der Fön läuft, fließt aus der Bordbatterie ein Strom von ungefähr 100A (Faustregel: Leistung des 230V-Verbrauchers geteilt durch 10). In 15 Minuten, also 0,25 Stunden wird der Batterie 100A * 0,25h = 25 Ah entnommen. Also fast ein Viertel der Gesamtkapazität unserer Batterie – oder, da wir ja die Batterie nur zu ungefähr 50% entladen wollen, sogar die Hälfte! Richtig problematisch wird in diesem Szenario allerdings der Spannungseinbruch an der Batterie. Das bedeutet während der Batterie dieser sehr hohe Strom (100A) entnommen wird, sinkt die Spannung der Batterie deutlich – von 12V auf vielleicht 10V. Bei dieser niedrigen Spannung sollte der Wechselrichter aus Sicherheitsgründen abschalten. Die Batteriespannung wird sich sofort wieder erholen. Allerdings sehen wir schon – in diesem Wohnmobil wird der Wechselrichter nicht so zu verwenden sein, wie geplant. Eine Klimaanlage über den Wechselrichter betreiben zu wollen hat sogar noch weniger Zweck. Was funktionieren wird, ist zum Beispiel eine der beliebten Kapsel-Kaffeemaschinen, die nur ca. 1 Minute laufen. Ob es sich lohnt, über 1000,00€ plus Einbaukosten auszugeben – für eine Tasse Kaffee, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wohnmobil Elektrik – nichts für Laien

Sie sehen, Elektrik, ob im Haushalt oder im Wohnmobil, ist kein Thema für Laien. In diesem Artikel habe ich das Thema nur angekratzt, auf viele Details bin ich gar nicht erst eingegangen. Sie nehmen daraus hoffentlich mit, daß es mehr ist, als nur  irgendwie zwei Kabel miteinander zu verzwirbeln. Allen Um- oder Ausbauten sollte unbedingt eine fachkundige Beratung vorausgehen. Und sie sollten von einer Fachwerkstatt ausgeführt werden.

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Sollten Sie Interesse haben, sich weiter in die Grundlagen der Elektrik zu vertiefen, so empfehle ich das Elektronik-Kompendium.

 

Arten von Reisefahrzeugen

Wer sich zum ersten Mal mit Reisefahrzeugen beschäftigt, sieht sich einer Vielzahl von Bauarten und -formen gegenüber. Ich möchte versuchen, etwas Licht in das Dunkel zu bringen und beschreibe die verschiedenen Arten von Reisefahrzeugen, ihre Vor- und Nachteile und für wen sie geeignet sind.

Grundsätzlich lassen sich Reisefahrzeuge nach der Bauart unterscheiden. Fahrzeuge die einen eigenen Antrieb besitzen und selbst fahren können, und solche, die von einem anderen Fahrzeug gezogen werden.

Wohnwagen

Wohnwagen, auch Wohnanhänger oder Caravan, sind die ältere Variante des Reisefahrzeuges, es gibt sie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Anfangs wurden sie noch von Pferden gezogen, waren aber überraschend luxuriös eingerichtet. Arist Dethleffs (1908–1996) gilt als Erfinder des Wohnwagens, wie wir ihn heute kennen. Seinen ersten baute er 1931 als Hochzeitsgeschenk für seine Frau. Daraus entwickelte sich die bis heute in diesem Markt erfolgreiche Firma Dethleffs.

Wohnwagen gab und gibt es in verschiedenen Bauformen:

  • Zelt-Klapp Anhänger.
  • Klappbare Anhänger
  • Teardrop Anhänger
  • „klassische“ Wohnwagen

Zelt-Klapp Anhänger

Camperwerk Zelt-Klapp-Anhänger

Diese sind eigentlich ein Zelt (also mit Wänden und Dach aus Stoff), das fest in einen Anhänger verbaut ist. Im zusammengeklappten Zustand ist er meißt nicht größer als ein herkömlicher Lastenanhänger. Bewohnbar wird er, indem Teile des Hängers umgeklappt, Zeltstangen eingesetzt und die Zeltplanen mit Schnüren und Heringen abgespannt werden. Häufig ist auch in die Heckklappe eine recht komfortable Küche eingebaut.

Der Vorteil eines Zelt-Klapp Anhängers liegt vor allem im einfachen Fahren. Er ist recht niedrig, was den Luftwiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch reduziert. Außerdem ist die Sicht des Fahrers in allen Spiegeln voll gegeben. Diese Bauform ist auch vergleichsweise leicht, was sie für Besitzer kleiner Autos interessant macht, die keine schweren Anhänger ziehen dürfen. Zelt-Klapp Anhänger bieten deutlich mehr Wohnfläche, als sie zusammengeklappt benötigen.

Der Nachteil eines Zelt-Klapp Anhängers ist die lange Aufbauzeit. 30 Minuten sind keine Seltenheit. Obendrein ist im Anhänger kaum Platz für Ausrüstung und Kleidung – das muß alles in den Kofferraum des Autos. Sie haben zwar einen festen Boden (jeder der im Zelt schon mal auf einer Wurzel schlief, weiß das zu schätzen), sind aber im Grunde Zelte mit all ihren Nachteilen.

Bekannte Zelt-Klapp Anhänger sind der Klappfix, Rhön Universal oder Cabanon Mercury.

Klappbare Anhänger

Klappbare Anhänger besitzen einen festen Boden, feste Wände und ein festes Dach. Die Seiten können jedoch umgeklappt werden so das der Anhänger fast genau so flach wie ein gewöhnlicher Lastenanhänger ist. Mit wenigen Handgriffen wird er auseinander geklappt und kann eingerichtet werden. Die Wohnfläche (also die Grundfläche) ist immer gleich groß, egal ob er auseinandergeklappt ist oder nicht.

Die Vorteile des klappbaren Anhängers zeigen sich auch hier vor allem während der Fahrt. Eine niedrige Bauform sorgt für ein für einen niedrigen Verbrauch und gute Übersicht in den Rückspiegeln. Im Vergleich zum Zelt-Klappanhänger ist er in ca. 5 Minuten schnell aufgebaut.

Die Nachteile sind auch hier wieder, das ein großer Teil der Ausrüstung im PKW transportiert werden muß, und damit zu den 5 Minuten Aufbau-Zeit noch einiges an Einräum-Zeit hinzukommt. Insgesamt gibt es in diesem Typ von Reisefahrzeug relativ wenig Stauraum, da Hänge- bzw. Oberschränke entfallen müssen.

Am bekanntesten dürften die Klappanhänger de Firma Estrel sein.

Teardrop Anhänger

Teardrop (engl. Träne) Anhänger fallen durch ihre ungwöhnliche Form auf. Von der Seite sehen sie wirklich aus wie ein Tropfen. Ursprünglich stammen sie aus den USA, wo sie in den 30er Jahren durch Anleitungen zum Selbstbau in Zeitschriften populär wurden. Bis in die 1960er Jahre war diese Art von Anhänger sehr verbreitet, verschwand dann aber aus dem Straßenbild. Der allgemeine Retro-Trend bringt diese wunderschöne Wohnwagenart wieder zurück. Sie bieten Schlafplatz für zwei Personen und etwas Stauraum für Kleidung. Manchmal ist im Heck sogar noch eine Außenküche untergebracht, zusammen mit einem klappbaren Tisch.

In Deutschland schuf der Konstrukteur Max Würdig im Jahr 1936 mit dem Würdig 301 ein ähnliches Gefährt, in dem man sogar stehen konnte. In den letzten Jahren tauchen vereinzelt immer wieder Teardrops auch namhafter Hersteller auf, wohl um sich im Einheitslook der Caravan Branche etwas abzuheben.

Die Vorteile der Teardrops liegen vor allem in den geringen Kosten und der Möglichkeit, sie selbst zu bauen. Außerdem sind sie sehr leicht (man hat sogar schon Teardrop-Anhänger  hinter Motorrädern gesehen), so dass sie nahezu jedes Auto ziehen kann.

Als Nachteil muss man die Größe nennen. Ein Wohnwagen, in dem man nicht mal stehen kann ist ganz klar ein Kompromiss.

Ein bekannter Vertreter dieser Bauart ist das „Dübener Ei“ – der Würdig 301.

Anhänger mit Hubdach

Wohnwagen mit Hubdach sind eigentlich ganz normale Caravans, bei denen man das Dach um einige Zentimeter nach oben verschieben kann. Deshalb haben sie wärend der Fahrt, wenn das Dach unten ist,  eine etwas windschnittigere Silouette. Im Stand gibt es mehr Platz nach oben hin.

Der  Vorteil dieser Bauform ist ein ganz kleine aerodynamischer Gewinne während der Fahrt gepaart mit einer angenehmen Stehhöhe.

Normale Wohnwagen

Die Mehrheit aller Wohnwagen, die man heute auf den Straßen und Campingplätzen sieht, gehören zu dieser Kategorie. Sie haben rundherum feste Wände, einen festen Boden und ein festes Dach. An ihnen ist nichts klapp- oder faltbar. Es gibt sie in allen erdenklichen Größen. Vom kleinen zwei-Personen Anhänger bis hin zu richtigen Monstern, die mehr Platz bieten als manche kleine Wohnung und die nur noch mit einem LKW zu ziehen sind. Im Normalfall kommen aber wohl doch Caravans von unter 10m Länge und unter 2t Gewicht vor. Die Hersteller bieten eine unglaubliche Vielzahl an Ausstattungsvarianten und Grundrissen an. Es gibt Wohnwagen für zwei Personen und es gibt welche für große Familien (sogar mit Doppelstoick-Betten). Noch flexibler werden Wohnwagen durch ein Vorzelt.

Vorteil: Wohnwagen sind genau so groß und geräumig, wie man möchte. Für jede Lebenssituation gibt es eine Größe und einen Grundriß. Sie sind bereits fertig aufgebaut, man kann vor Reiseantritt alle benötigten Dinge in Ruhe verstauen. Es passen auch relativ viele Dinge hinein. Am Zielort angekommen, kann man recht schnell einziehen, da nichts mehr auf oder umgebaut werden muß.

Nachteil: Die aufgeführten Vorteile haben ihren Preis. Wohnwagen sind vergleichsweise teuer.

Wohnmobil

Die zweite große Gruppe in meinem Vergleich der Arten von Reisefahrzeugen sollen die Wohnmobile (oder Motorwohnwagen, wie die Schweizer sagen) sein. Darunter verstehen wir Fahrzeuge mit eigenem Motor und einer zum Wohnen geeigneten Innenausstattung. Los ging es mit dieser Art des Reisemobils vermutlich in  den 50er Jahren mit dem Westfalia Umbau eines VW-T1 Transporters. Dieses Wohnmobil wird vermutlich jeder Campingbegeisterte vor Augen haben: ein Bulli mit aufgestelltem Dach. Die 60er Jahre waren die Zeit, in der Ingenieure und Konstrukteure die Frage nach Komfort  und solider Ausstattung zu beantworten lernten und in den 70er Jahren namen zahlreiche heute noch bekannte Unternehmen die Serienfertigung von Wohnmobilen auf. (Hymer 1971, Knaus 1970).

Im Laufe der Zeit hat sich eine Vielzahl von Bauformen entwickelt. Hier eine kleine Übersicht:

  • Wohnkabine
  • Kastenwagen
  • Alkoven
  • Teilintegriertes Wohnmobil
  • Vollintegriertes Wohnmobil
  • LKW-Wohnmobil
  • Bus-Wohnmobil

Wohnkabine

Dodge Ram 2500 Truck mit Lance Wohnkabine. Chucky Kretschmann [CC BY-SA 2.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Wohnkabinen, auch Absetzkabinen genannt, sind Wohnräume, die auf die Ladefläche eines Pritschenwagens bzw. Pickups aufgesetzt werden. Sie sind in Form und Größe dem Basisfahrzeug angepasst und bieten im inneren alle Auststattungsmerkmale, die man heute erwartet: Kühlschrank, Frischwassertank, manchmal sogar Toilette und Dusche.

Vorteile: Der größte Vorteil ist in meinen Augen die Flexibilität. Im Alltag nutzt der Besitzer das Basisfahrzeug während die Kabine abgestellt ist. Zur Reisezeit wird sie auf das Fahrzeug gesetzt und die Urlaubsreise kann beginnen.

Nachteil: Nachteilich sind vor allem die beengte Platzverhältnisse. Häufig bietet diese Art des Wohnmobils nur Schlaf- und Sitzplätze für zwei Personen.

Kastenwagen

Kastenwagen sind die direkten Nachfolger der Westfalia-Campingbox. Sie sind nicht viel größer als der Kleintransporter, der als Grundlage dient, sind aber im Innenraum mit allem nur erdenklichen Komfort ausgestattet. Aus diesem Grunde, um Stehhöhe zu gewinnen, haben sie entweder ein festes Hochdach oder ein Aufstelldach.

Vorteil:  Der große Vorteil dieser Wohnmobile ist ihre geringe Größe. Sie sind klein genug, um Innenstädte besuchen zu können und dort auch Parkplätze zu finden. Auch das Fahrverhalten ist nicht viel anders als bei einem normalen Transporter. Ein weiterer Vorteil ist der vergleichsweise geringe Kraftstoffverbrauch.

Nachteil: Ein Nachteil der Kastenwagen ist die geringe Größe des Wohnraumes. Wenn auch ein kleines Fahrzeug leicht zu fahren ist, so kann klein schnell zum (Wohn) Problem werden. Zum Beispiel bei mehrtägigem Dauerregen und Reisen mit Kind. Ein weiterer Nachteil ist der Preis. Beim Kastenwagen zahlt man mehr für einen Quadratmeter Wohnfläche als bei allen anderen Reisemobilen. Das liegt wahrscheinlich an konstruktiven und technischen Schwierigkeiten beim Umbau der recht kleinen Basisfahrzeuge.

Alkoven

Denke ich an „Wohnmobil“, dann habe ich ein Alkovenfahrzeug vor den Augen. Diese Bauform ist vielleicht die typischste Form aller Wohnmobile (deshalb hat sie sogar Einzug in die StVo gehalten: als Verkehrszeichen „Nur Wohnmobile“ Nr. 1048-17). Ein Alkoven ist erst einmal nicht mehr als eine Bett- oder Schlafnische. Also ein winzig kleiner Raum, in dem sich nur ein Bett befindet. Im Wohnmobil ist dieser Raum über dem Fahrerhaus. Früher durfte man sich sogar noch während der Fahrt dort aufhalten und hinausschauen – ein Riesenspaß für die Kinder. Alkovenfahrzeuge nutzen den vorhandenen Platz im Wohnmobil am besten aus, und sind somit vor allem bei Familien sehr beliebt. Wenn man mit mehr als 4 Personen unterwegs ist, gibt es eigentlich kaum eine Alternative. Kaum eine andere Bauform des Wohnmobils bietet 6 Schlafplätze. Neben den vielen Betten sind Alkovenfahrzeuge mit allem ausgestattet, was das Camperherz begehrt: Kühlschrank, Toilette, Dusche, großer Kleiderschrank u.v.a.m.

Vorteil: Der Vorteil liegt ganz klar im riesigen Platzangebot im inneren. Für große Familien ein Muß, für kleinere kann es sehr angenehm sein, wen man sich nicht so sehr „auf der Pelle hockt“. Alkoven-Wohnmobile bieten viel Wohnraum fürs Geld – sie sind vergleichsweise günstig.

Nachteil: Die spezielle Bauform hat natürlich auch Nachteile. Durch den Alkoven ist die Sicht des Fahrers nach vorne-oben behindert. Das ist zum Beispiel sehr nachteilig wenn man an der Ampel steht. Gefährlich wird es, wenn Äste über die Straße hängen oder im Gebirge die Felswand neben der Straße sich über diese neigt. Außerdem sind Alkovenfahrzeuge höher als andere Wohnmobile. Man muß also die Durchfahrtshöhe von Tunneln und Brücken beachten. Durch die Höhe liegt auch der Schwerpunkt sehr viel höher. Das merkt man vor allem beim Fahrend durch Kurven oder bei starkem Seitenwind. Der Luftwiderstand eines Wohnmobils mit Alkoven ist sehr hoch. Der Fahrer wirds am Kraftstoffverbrauch merken.

Teilintegrierte

Teilintegrierte Wohnmobile nutzen das Fahrerhaus des Basisfahrzeuges mit zu Wohnzwecken. Das Serienmäßige Führerhaus bleibt aber weitestgehend erhalten. Das reduziert die Herstellungskosten und schlägt sich somit im Preis nieder.

Vorteil:  Der größte Vorteil ist der Preis. Ein weiterer Pluspunkt ist der Treibstoffverbrauch. Teilintegrierte haben eine keilförmige Silhouette, die den Luftwiderstand senkt.

Nachteil:  Der einzige Nachteil ist eigentlich die schlechte Isolierung des Fahrerhauses. Das ist aber für die meisten Camper kein wirkliches Problem, da sie selten oder gar nicht im Winter verreisen.

Vollintegrierte

Im Gegensatz zu den Teilintegrierten wird beim Vollintegrierten auf das Fahrerhaus des Chassis-Herstellers verzichtet. Statt dessen baut der Aufbauhersteller seine eigen Frontsektion. Das ermöglicht ihm, dem ganzen Fahrzeug ein einheitliches Design zu geben und auch das Fahrerhaus für den Anwendungszweck „Haus auf Rädern“ hin zu optimieren. Das kann zusätzliche Isolierung bedeuten, häufig gibt es auch keine nennenswerte Nase mehr vor der Frontscheibe. Die Gesamtlänge des Fahrzeuges wird ausgenutzt. Vollintegrierte nennt man manchmal auch die „Königsklasse“ der Wohnmobile.

Vorteile: Zu den Vorteilen ist das einheitliche Design des Fahrzeuges zu Zählen, und Nutzung des ganzen Fahrzeuges als Wohnraum – ohne Kompromisse.

Nachteil: Vollintegrierte sind deutlich teurer als vergleichbare Teilintegrierte. Das liegt an dem Extraaufwand, den der Hersteller für das Fahrerhaus treiben muß. Häufig überschreiten Vollintegrierte Wohnmobile auch die Gewichtsgrenze von 3,5t. Damit darf man sie nicht mehr mit einem normalen Führerschein für PKW fahren.

LKW- und Bus Wohnmobile

Diese Form der Wohnmobile ist entstanden aus dem Wunsch, noch größeren Wohnraum in ein Reisefahrzeug zu integrieren. Dabei werden als Basisfahrzeuge keine Kleintransporter mehr benutzt, sondern LKW bzw. Busse. Das entbindet die Hersteller in gewissen Maße von Gewichts- und Platzeinschränkungen und ermöglicht sehr große, luxuriöse Innenraumlösungen.

Ein anderer Grund dürfte der Wunsch gewesen sein, Reisefahrzeuge für Landschaften zu schaffen, die ein Kleintransporter nicht bewältigen kann. So sieht man gelegentlich Expeditionsfahrzeuge, die für Wüstendurchquerungen und ähnliche Unternehmungen konzipiert sind. Hier geht es weniger um Luxus und Komfort, sondern um Robustheit und Kraft.

Häufig handelt es sich bei solchen Fahrzeugen um Einzelanfertigungen, die speziell für einen bestimmten Zweck gefertigt wurden. Ein für und wieder kann ich deswegen nicht angeben.

Zusammenfassung

Es gibt viele verschiedene Arten von Reisemobilen – die gebräuchlichsten habe ich, glaube ich, kurz beschrieben. Bleibt die Frage für wen welches Fahrzeug geeignet ist. Dafür muß man sich selbst erst einmal die Frage beantworten, was man mit seinem Fahrzeug machen möchte.

Wohnwagen sind eher geeignet für Reisende, die längere Zeit an einem Ort, idealerweise auf einem Campingplatz verweilen wollen. In Verbindung mit einem Vorzelt sind sie ideal dafür geeignet. Sie bieten mehr Platz (ein Wohnwagen von acht Metern länge hat mehr Wohnfläche als ein gleichlanges Wohnmobil) und man hat einen ganz normalen PKW dabei, für kleinere Ausflüge in die Umgebung oder zum Einkaufen. Wohnwagen sind deutlich preiswerter als vergleichbare Wohnmobile. Allerdings benötigt man eine andere Fahrerlaubnis (Führerscheinklasse BE) zum ziehen eines Wohnwagens als zum Fahren eines Autos. Welche Bauform eines Anhängers jetzt für den einzelnen in Frage kommt lässt sich allgemein nicht sagen. Ich würde (wieder) einen normalen Wohnwagen nehmen. Es ist sicherlich immer der Preis, der gewünschte Komfort und das angestrebte Lebensgefühl abzuwägen.

Wohnmobile spielen ihre Vorteile beim Wohnmobilwandern aus. Wenn man also alle paar Tage zu einem anderen Stellplatz fahren möchte. Natürlich kann man auch zwei Wochen an einem Fleck damit bleiben. Aber ihre große Stärke ist die Flexibilität und Geschwindigkeit. Selbst mit zwei Kindern sind wir morgens in einer halben Stunde abfahrbereit und nachmittags angekommen. Kein Abspannen, aufbocken, Vorzelt aufbauen. Auch braucht ein Wohnmobil nicht immer einen Camping- oder Stellplatz. Es ist genug Wasser, Strom und Gas dabei um für ein bis zwei Wochen autark zu sein. Allerdings erkaufen wir uns das mit Rückenschmerzen für die Personen, die hinten sitzen. Wir müssen für Kleinstädte im Süden Italiens auf den Bus ausweichen und auf dem Weg zum Supermarkt muß das ganze Haus mit.

Wohnmobile sind etwa doppelt bis dreimal so teuer wie ein vergleichbarer Wohnwagen. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn man sich entscheiden will. Das gilt übrigens auch für Mietpreise. Ansonsten spielen auch hier wieder viele individuelle Faktoren hinein: wie viele Personen mitfahren und schlafen sollen, das Reiseziel, und natürlich zu guter Letzt auch der ganz persönliche Geschmack.

Zu guter Letzt sollte man an seinen Führerschein denken. Das Ziehen eines Anhängers erfordert eine Führerscheinerweiterung (Klasse BE). Wohnmobile bis 3,5t gelten als PKW und dürfen mit einem normalen Führerschein gefahren werden. Größer und schwerer ist es dann ein LKW, was Klasse C bedeutet. Und einen LKW betreffen seine ganz eigenen Beschränkungen. Sonntagsfahrverbot, spezielle Tarife auf Fähren oder Maut, Gewichtseinschränkungen für manche Straßen, etc.

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